Eine Solaranlage auf dem eigenen Dach macht unabhängiger von steigenden Strompreisen – wenn sie zum Haus und zum Verbrauch passt. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Grundlagen und hilft Ihnen, die richtigen Fragen zu stellen, bevor Sie Angebote einholen.
Wie viel Strom liefert eine Anlage in Berlin?
Die Leistung einer Photovoltaikanlage wird in Kilowatt-Peak (kWp) angegeben. In Berlin und Brandenburg erzeugt ein Kilowatt-Peak je nach Ausrichtung und Neigung grob 850 bis 1.000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Eine typische Anlage auf einem Einfamilienhaus mit 8 bis 10 kWp kommt damit auf etwa 7.000 bis 9.500 kWh – mehr, als die meisten Haushalte verbrauchen.
- Ausrichtung: Süd bringt den höchsten Ertrag, Ost-West-Dächer verteilen die Erzeugung besser über den Tag.
- Verschattung: Bäume, Gauben oder Nachbargebäude können den Ertrag deutlich senken.
- Dachzustand: Steht in den nächsten Jahren eine Dachsanierung an, sollte sie vor der Montage erfolgen.
Eigenverbrauch ist der wichtigste Hebel
Wirtschaftlich zählt vor allem, wie viel des Solarstroms Sie selbst nutzen. Ohne Speicher verbraucht ein Haushalt meist 25 bis 35 Prozent direkt, mit einem Batteriespeicher oft 50 bis 70 Prozent. Der Rest wird ins Netz eingespeist und vergütet – die aktuellen Vergütungssätze veröffentlicht die Bundesnetzagentur.
- Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner möglichst tagsüber laufen lassen.
- Eine Wallbox oder Wärmepumpe erhöht den Eigenverbrauch deutlich.
- Ein Speicher lohnt sich vor allem, wenn abends und nachts viel Strom gebraucht wird.
Balkonkraftwerk als Einstieg
Für Mieter und Wohnungseigentümer ist ein Steckersolargerät eine einfache Alternative. Seit 2024 sind Wechselrichter bis 800 Watt erlaubt; angemeldet wird nur noch im Marktstammdatenregister. Vermieter und Eigentümergemeinschaften müssen der Anbringung in der Regel zustimmen, dürfen sie aber nur noch in Ausnahmefällen ablehnen.
Anmeldung, Zähler und Hausanschluss
Eine Dachanlage wird beim Netzbetreiber angemeldet – in Berlin ist das die Stromnetz Berlin GmbH – und im Marktstammdatenregister eingetragen. Häufig muss der Zählerschrank angepasst und ein Zweirichtungszähler gesetzt werden. Bei älteren Häusern lohnt sich vorab ein Blick auf den Zustand der Hauselektrik.
Vor dem Angebot: diese Fragen klären
- Wie hoch ist Ihr Jahresverbrauch heute – und in fünf Jahren (E-Auto, Wärmepumpe)?
- Welche Dachflächen sind frei, unverschattet und tragfähig?
- Genügt der vorhandene Zählerschrank den aktuellen Anforderungen?
- Ist ein Speicher sinnvoll oder reicht zunächst die Vorbereitung dafür?
Die Planung und Montage einer Solaranlage übernimmt ein Fachbetrieb für Solartechnik. Für Fragen rund um Zählerschrank, Stromkreise und Hauselektrik vermitteln wir Ihnen einen Elektriker aus unserem Partnernetzwerk.



